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Fotograf und Künstler (Abstract & Popart) // International tätig // Beschäftige mich leidenschaftlich seit über 27 Jahren mit der Kunst & Fotografie // Im vorherigen Leben war ich Marketing- & Vertriebsleiter // Blickfang „Deutschlands beste Fotografen“ // caetch

Art Exhibition || art Karlsruhe || discovery art fair || ARTe Sindelfingen || ARTe Wiesbaden || Artscoutone Mannheim || Artscoutneo Heidelberg || Lange Nacht der Museen Mannheim || BFF Stuttgart || Reiss Engelhorn Museum

Photographer and artist (Abstract & Popart) // Internationally active // Passionate about art & photography for over 27 years // In my previous life I was marketing & sales manager // // Blickfang "Germany's best photographers" // caetch

Art Exhibition || art Karlsruhe || discovery art fair || ARTe Sindelfingen || ARTe Wiesbaden || Artscoutone Mannheim || Artscoutneo Heidelberg || Long Night of the Museums Mannheim || BFF Stuttgart || Reiss Engelhorn Museum

https://de.wikipedia.org/wiki/Hyp_Yerlikaya

Ein Zeitungsartikel von Andrea Sohn-Fritsch

 

Hyp Yerlikaya: Fotograf aus Leidenschaft

Von Shootings voller Glamour bis zu prekären sozialen Projekten

Mannheim. Die Ausstellung „Gesichtslos – Frauen in der Prostitution“ , die von November bis Februar in den rem zu sehen war, hat für viel Gesprächsstoff und große mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Die Ausstellung widmete sich einem gesellschaftlichen Tabuthema: Sie zeigte Frauen, die tagtäglich ihr wahres Ich, ihre wahre Identität verbergen. Fotografiert hat die Ausstellung der Fotograf Hyp Yerlikaya. Zwei Jahre lang hat Hyp Yerlikaya die Prostituierten begleitet, erarbeitete sich das Vertrauen der Frauen und bekam Einblicke in oftmals prekäre Lebensverhältnisse.

 

Hyp Yerlikaya ist ein Mann mit vielen Facetten. Er ist nicht nur Fotograf, der schon Bilder in der Vogue und im People Magazine hatte, er hat gleich mehrere Berufe sowie ein abgeschlossenes Hochschulstudium, arbeitete viele Jahre in Marketing und Vertrieb. Auch als Künstler hat er sich einen Namen gemacht, er stellte bereits bei der  art Karlsruhe,  discovery art fair,  ARTe Sindelfingen, ARTe Wiesbaden,  Artscoutone Mannheim , Artscoutneo Heidelberg, Lange Nacht der Museen Mannheim, BFF Stuttgart, Reiss Engelhorn Museen seine abstrakten Gemälde aus, die er auch selbst unter  hyparto.com vermarktet. Zu seinem jetzigen Beruf kam er über die Leidenschaft für Fotografie und Kunst.  „Ich habe mich vor 16 Jahren entschieden, nur noch Sachen zu machen, die mir Spaß machen“, erinnert sich der Fotograf. Er eröffnete ein Fotostudio in der Glasgalerie des Mannheimer Stadthauses, ganz oben, mit viel natürlichem Licht. Ein Jahr gab er sich Zeit, sich als Fotograf zu etablieren. „Ich habe mir gesagt, in einem Jahr kriegst du es hin oder nicht. Ich hätte wieder zurück in meinen Beruf gekonnt“. Doch das musste er gar nicht, denn der Erfolg stellte sich schnell ein. Inzwischen arbeitet er für internationale Großkonzerne im Werbe- und Peoplebereich, Aufträge dafür führten ihn schon in die ganze Welt. Aber auch der Heimat ist Hyp Yerlikaya verbunden, fotografiert seit Jahren die Imagekampagne der Sparkassenversicherung, hat eine Serie mit Balletttänzern gemacht, bei den „Adlern“ fotografiert und mit Dietmar Hopp, Malu Dreyer oder Chako Habekost Shootings gemacht. Aber Hyp Yerlikaya hat auch eine soziale Seite. Er fotografierte für „Anpfiff ins Leben“, einer Organisation, die Jugendlichen Perspektiven für ihren Lebensweg bietet. Er hatte sechs Jahre lang mit Freunden  einen Verein, der sich um Säureopfer in Bangladesh kümmerte, was er auch fotografisch dokumentierte - ein Langzeitprojekt. Ebenfalls ein Langzeitprojekt war die Zusammenarbeit mit Amalie, der Mannheimer Beratungsstelle für Prostituierte. Julia Wegener, die ehemalige Leiterin von Amalie, hatte die Idee, gemeinsam mit den Prostituierten eine Fotoausstellung zu machen. Hanne Kerker, ehrenamtliche Mitarbeiterin von Amalie und ehemalige Marketing-Leitung von Engelhorn, empfahl  Yerlikaya.  Schon nach dem ersten Treffen war klar, dass es zu einer Zusammenarbeit kommen würde und dass Yerlikayas Fotos weder pornografisch noch voyeuristisch sein würden, sondern künstlerisch. Von Anfang an war es sein Ziel, die Geschichten der Frauen darzustellen, ihr Lebenssituation, die sich in Berufs- und in Privatleben aufteilt. In den Gesprächen mit den Frauen bekam er schockierende Geschichten zu hören. „Ich habe mich gefragt: sagen die jetzt nur das, was ich hören will? Deswegen habe ich immer wieder sehr provokante Fragen gestellt. Was ich da zu hören bekam, war teilweise sehr brutal“. Schon früh war ihm klar, dass er diese Fotos in Schwarz Weiß machen wollte. Die Szenen auf den 40 Bildern sind zwar gestellt, aber immer mit den Original-Personen. Um zu zeigen, dass die Prostituierten zwei Gesichter haben und ihr berufliches Gesicht im Privatleben verbergen, arbeitete Yerlikaya mit einer Maske. So kann man die Frauen nicht erkennen. Aber die Maske stellt noch viel mehr dar: Sie symbolisiert die Prostitution an sich. Da ist beispielsweise eine Frau, die ein kleines Kind an der Hand führt, auf dem Weg zum Kindergarten. Die beiden sind von hinten fotografiert, trotzdem trägt die Frau die Maske, und zwar auf dem Hinterkopf. „Von hinten sehen wir die gesichtslose Prostituierte, aber von vorne ist sie eine Mutter, die ihr Kind zum Kindergarten bringt“, erläutert Hyp Yerlikaya sein Foto. Es ist die Vorderseite der Frau, die wir nicht zu sehen bekommen. 

Die Ausstellung „Gesichtslos“ in den rem, deren Kuratorin Stephanie Herrmann war, bekam große mediale Aufmerksamkeit. Yerlikaya wünscht sich, dass sie als Wanderausstellung weiterlebt – Anfragen aus Frankreich, Esslingen und Ravensburg gibt es bereits. 

Und nachdem diese Ausstellung nun fertig ist, hat er schon wieder ein neues soziales Projekt in der Pipeline. „In so vielen Ländern dieser Erde leben Menschen auf und von Mülldeponien“, erklärt der Fotograf. Diesen Menschen möchte er ein Gesicht, eine Stimme geben. Doch das ist gar nicht so einfach. „Auf diesen Mülldeponien herrschen mafiaähnliche Strukturen“, weiß Yerlikaya. Einfach hinfahren und die Menschen ablichten – das wäre zu gefährlich. Er braucht also eine Organisation, die sich um die Schicksale dieser Müllmenschen kümmert, um Kontakte zu bekommen. Doch zuerst fährt er nach Spanien zu einem Shooting für Haarprodukte ans Meer. Was für ein Leben!